AMPHITRYON .

ein Lustspiel nach Molière nach Heinrich von Kleist

Inszenierung

Caroline Stolz

Bühnen- und Kostümbild

Lorena Díaz Stephens und Jan Hendrik Neidert

Dramaturgie

Barabara Bily

Premiere

04.05.2018

Mit

Christoph Rinke | Bálinth Tóth | Jonas Riemer | Garry Fischmann | Claudia Hübschmann | Natalja Joselewitsch

Fotos

Oliver Berg

 

Zwischen Gott und Gatte

  

(...)  das Verwirrspiel um Jupiter, der in Gestalt des Thebaner-Feldherrn Amphitryon eine Nacht mit dessen Frau Alkmene verbringt, ist hier noch um einen entscheidenden Dreh zugespitzt. Vier Männer und eine Frau wurden vom Ausstatterteam Lorena Díaz Stephens und Jan Hendrik Neidert zum Verwechseln ähnlich gestylt, nur Alkmene als Opfer der Intrige wahrt Individualität. (...) All das ist punktgenau gestaltet, angefangen von der Bühne als große Drehtür, die über ihre Symbolkraft hinaus boulevardeskes Tempo erlaubt, bis hin zur Gestik und Mimik der Schauspieler, die jedem Stummfilm zur Ehre gereichen würden. (...) Die chorischen Szenen sind ebenso perfekt einstudiert wie die imaginären Prügel, zu denen lustige Geräusche aus dem Lautsprecher tönen. Und immer wieder mal tritt das Ensemble aus dem stark gestrafften Kleist-Text heraus, um ihn auf einer Meta-Ebene mit klassischen Zitaten von Goethe über Gernhardt bis hin zur Werbesprache zu durchpflügen; auch Anspielungen auf Kleists Aufsätze kann der eifrige Zitate-Sammler finden. Das ist keck und holt den Dichter kurz entschlossen vom marmornen Klassiker-Sockel: Willst du viel, spül mit Pril. Ach!

09.05.2018, Westfälische Nachrichten